Interessengemeinschaft Amateurfunk Pulheim/Rhein-Erft e.V.

IGA e.V. – zur Startseite

← Alle Projekte

Laufend

Eigenbau für den CQ WW: Ein drehbarer 40-m-Dipol entsteht

Zwei Angelruten, etwas Kupferlackdraht, ein 3D-Drucker und jede Menge Experimentierfreude. Für den diesjährigen CQ World Wide DX Contest entsteht ein selbstgebauter, drehbarer Dipol für das 40-Meter-Band.

Zwei Angelruten, etwas Kupferlackdraht, ein 3D-Drucker und jede Menge Experimentierfreude.** Für den diesjährigen CQ World Wide DX Contest entsteht ein selbstgebauter, drehbarer Dipol für das 40-Meter-Band.

Die Idee: Eine möglichst kompakte, leichte und dennoch leistungsfähige Richtantenne für 7 MHz, die auf dem Dach der Realschule Pulheim zum Einsatz kommen soll.

Zwei Angelruten als Antennenträger

Die mechanische Grundlage bilden zwei jeweils fünf Meter lange Angelruten von Abu Garcia. Damit ergibt sich eine Gesamtlänge von rund zehn Metern – deutlich weniger als die ungefähr 20 Meter eines unverkürzten Halbwellendipols für 40 Meter.

Um die fehlende elektrische Länge auszugleichen, kommen zwei selbst gewickelte Verlängerungsspulen zum Einsatz. Diese sitzen jeweils etwa drei Meter vom Speisepunkt entfernt.

Die Spulen bestehen aus 0,9 mm starkem Kupferlackdraht mit rund 35 bis 36 Windungen auf einem 3D-gedruckten Spulenkörper von etwa 45 mm Durchmesser. Die genaue Abstimmung erfolgt experimentell durch Veränderung des Spulenabgriffs.

3D-Druck statt Baumarkt

Auch der mechanische Aufbau ist weitgehend Eigenbau. Das zentrale Gehäuse mit der Antennenbuchse stammt aus dem 3D-Drucker. Im Inneren befindet sich eine selbst gewickelte Mantelwellensperre auf einem Ferritringkern.

Für die Befestigung des Antennendrahtes an den Angelruten wurden ebenfalls eigene Halterungen konstruiert und gedruckt.

Besonders wichtig ist dabei der Abstand zwischen Antennendraht und Angelrute. Die ersten Versuche haben gezeigt, dass die unmittelbare Nähe zum Trägermaterial und insbesondere Feuchtigkeit die Resonanzfrequenz erheblich beeinflussen können.

Der Regen als unerwarteter Gegenspieler

Bei den ersten Messungen funktionierte der Dipol bereits erstaunlich gut. Das SWR ließ sich auf dem 40-Meter-Band sehr ordentlich einstellen.

Doch dann kam der Regen.

Bei nasser Antenne verschob sich die Resonanzfrequenz teilweise um rund 150 kHz nach unten. Für einen verkürzten Dipol mit relativ schmaler Bandbreite ist das natürlich erheblich.

Interessant war die Beobachtung, dass die Resonanzfrequenz wieder deutlich anstieg, sobald die Wassertropfen durch leichtes Schütteln von den Angelruten entfernt wurden.

Die Vermutung: Wasser auf den Ruten und zwischen Draht und Trägermaterial verändert die kapazitiven Verhältnisse der Antenne.

Die Konsequenz: Neue 3D-gedruckte Abstandshalter sorgen inzwischen dafür, dass der Antennendraht mit etwas Abstand oberhalb der Angelruten verläuft. Auch die Verlängerungsspulen sollen noch einen geeigneten Wetterschutz erhalten.

Ob damit das Problem vollständig gelöst ist, werden die nächsten Messungen zeigen.

Warum überhaupt ein drehbarer Dipol?

Im CQ WW zählt jedes DX-QSO. Gerade auf 40 Meter kann eine horizontal polarisierte Antenne in ausreichender Höhe erhebliche Vorteile bieten.

Der Dipol soll in etwa 15 Metern Höhe auf dem Schuldach montiert und drehbar ausgeführt werden. Damit lässt sich seine bevorzugte Strahlungsrichtung gezielt verändern.

Natürlich kostet die starke mechanische Verkürzung etwas Wirkungsgrad und Bandbreite. Dafür entsteht eine vergleichsweise kompakte Antenne, die sich mit überschaubarem Aufwand aufbauen und drehen lässt.

Noch ist alles ein Prototyp

Die Konstruktion ist bewusst als Experiment angelegt. Spulenabgriffe, Drahtführung, mechanische Befestigungen und Wetterschutz werden schrittweise verbessert.

Bis zum Contest stehen noch einige Messungen und praktische Tests an. Insbesondere die Resonanzstabilität bei Regen und die tatsächliche Bandbreite sind wichtige Punkte.

Am Ende soll der Eigenbau als 40-Meter-Antenne für die MULTI-Station unseres DG4O CQ WW Teams dienen.

Ob sich die ganze Bastelei gelohnt hat, werden wir spätestens im Contest erfahren.

73 de DL1KVN

Fortsetzung folgt – mit Messwerten, SWR-Kurven und hoffentlich vielen DX-Verbindungen!

Bilder